Ultimo

Immer noch flügellahm und traurig, nichts machen zu können – so ein schlimmer Arm braucht Ruhe – zeige ich euch doch noch ein paar von den Collagen, die letztes Jahr entstanden sind. Vor einigen Tagen hatte ich über die Technik schon geschrieben … es ist so vieles möglich damit!
Auf mich wartet noch ganz viel mit Acrylfarben bestrichenes Wachspapier, ich kann euch nur ermuntern, es auch mal zu versuchen!
Schon die Vorbereitung, das feine Wachspapier mit schönen Farben zu beschichten, ist ein Vergnügen!
Was da für feine Nuancen heraus kommen! Ihr werdet sehen, man kann gar nicht aufhören …
Wenn ihr dann einen ansehnlichen Berg hergestellt habt – so eine Rolle Wachspapier ist ergiebig! – breitet ihn nach Farbschattierungen sortiert vor euch aus …
Und ihr werdet erleben, wie euer Gestaltungswille erwacht, wie eure Sinne belebt werden und die Phantasie Sprünge macht!
Das Herz wird vielleicht auch so doll klopfen wie bei mir, genießt es! Das ist Leben, das macht glücklich!
Schreibt eure Erfahrungen, zeigt mir eure Werke, ich freue mich schon darauf!

Samstag

Flügelerlahmt konnte ich tagelang überhaupt nicht tippen mit der rechten Hand, geschweige denn klare und schöne Gedanken über Kunst und Glück fassen …
Aber nun hat die Vorfreude auf künstlerisches Schaffen mich wieder mal herausgeholt aus dem Meer von Schmerzen.
Ich bin so dankbar!
Anscheinend muss ich mich daran gewöhnen, dass ab einem bestimmten Alter nichts mehr selbstverständlich ist, schon gar nicht die Gesundheit.
Fürsorge und Achtsamkeit für einen selbst müssen dann einfach wachsen, auch die Großzügigkeit den eigenen Ruhebedürfnissen gegenüber …
Obwohl ich das längst weiß und praktiziere, finde ich es total blöd und überflüssig, einen Verfall der Kräfte erleben zu müssen.
Trotzdem ein paar Bilder, die davon zeugen, wie viel Spaß Kunst macht:
… hier sind zuerst farbige Papiere entstanden, die dann zu Collagen verbaut und auch noch übermalt wurden.
Das Schöne an dieser Technik waren die überraschenden Formen, die zu weiterer Bearbeitung aufriefen, die Phantasie wach küssten und einen ganz wunderbar in den Flow brachten.
Ich liebe das so!

Mitte der Woche

Ich liebe ja Serien, zum Beispiel Downton Abbey, aber jetzt geht es mir eher um Bilderserien oder besser gesagt, Variationen eines Themas.
Schon als Kind hat mich so ein Arbeiten in der Kunst fasziniert, in der Musik zum Beispiel.
Ich fand es unglaublich, wie Johann Sebastian Bach durch minimale Änderungen der Noten, durch Spielen mit seinen Werkzeugen völlig neue Klangfarben kreierte und sich dann im Schaffensfreudentaumel fast verlor…
Bis er auftauchte aus einem Strudel von Tönen und wieder die Oberhand über seinen eigenen Genius gewann. Total toll!
Früher hab ich natürlich noch nicht diese Worte dafür gehabt, da genoss ich einfach nur die wunderbare, herrlich lebendige Musik!
Viel später dann erlebte ich am eigenen Leib die Besessenheit, mit der künstlerisches Arbeiten oft einher geht, dass man versunken ist ins Tun, versunken in sich selbst, dass man Wege in sein Innerstes findet (auch dadurch, dass man Äußeres abbildet), die vorher nicht denkbar waren … Dass die Luft wegbleibt vor lauter Aufregung!
Eins zu sein mit seinem Werk, das ist ein großes Glück.
Und manchmal geht für einen ganz ganz kurzen Augenblick der Vorhang auf und man meint zu ahnen, was die Welt im Innersten zusammenhält.
Ein paar Bilder zum Thema: „Jeder in seinem Boot“ möchte ich euch zeigen, denn damit ist es mir mal so schön ergangen …

 

 

Dienstag

Vor einigen Jahren hatte ich ein Atelier in einem alten Haus.
Alles war noch so wie vor 30 Jahren, der Fußboden unter zig Schichten Bohnerwachs versteckt, alte Türen, etwas neuere aus Hartfaser mit Kunststoff beschichtet, die Wände schief, hohe Decken.
Mir ging es um die Türen … Ich habe sie alle verändert, manche erhielten Collagen aus alten Konzertkarten, manche wurden einfach angemalt, an einigen Türrahmen sieht man Papier aufgeklebt, mit dem vorher Farbreste aufgewischt wurden.
Eine andere Tür tut so, als wäre sie antik und bestünde aus echten Kassetten…
Ich fand es nicht schade, den alten DDR-Charme zu zerstören … es war ein Experiment, um zu sehen, was Farbe bewirkt.
Das Haus sollte sowieso bald umgebaut werden und alles Alte wäre auf dem Müll gelandet.
Eine Tür habe ich selbst behalten, die 2. links oben, und auch zwei Türen mit Konzertkartencollagen leben noch … Die erste Tür oben links ist übrigens das Vorher-Bild.

Montag

Wieder ein Montag, trübe und kalt, ohne einen einzigen Sonnenstrahl schlurft man herum, den Hals eingezogen, Schultern nach vorne… Mehrlagenlook und Ingwertee, sonst friert die Seele zu.
Das Winterwetter verlangt einem ganz schön was ab an Zuversicht und Standhaftigkeit!
Ich habe ein Bild für euch, was vielleicht ein hoffnungsvoller Ausblick auf kommende milde Abende im verwunschenen schwindenden Tageslicht sein kann…
Es heißt „Gartenparty“ und erzählt von den verschiedenen Möglichkeiten, sich des Lebens zu freuen …
Ihr werdet sehen, nicht alle Partygäste sind gleichermaßen am Feiern, einige wenden sich sogar ab vom Mittelpunkt des Geschehens … und der Animateur schafft sich … vergebens!
Wenn es gute Laune macht und euch die Wartezeit auf den Frühling versüßt, freue ich mich!
Kommentare sind auch toll, wie übersteht ihr die Schlechtwettertristesse? …  Traut euch!

Nach einer Woche Pause

Zauberhafter Bann über meinem Blog…. tagelang konnte ich meine Finger wund tippen … ich kam einfach nicht mehr auf diese Seite hier! Warum es jetzt auf einmal wieder klappt? Keine Ahnung.
Ich wollte euch doch längst schon wieder ein paar Bilder zeigen…
euch an den verschiedenen Phasen der Entstehung teilhaben lassen.
Weil ich selber so was immer sehen will bei anderen, nehme ich jetzt einfach an, es könnte interessant sein.
Vor etlichen Jahren unternahm ich einige kostspielige Reisen nach München, um mich in der Kunst der Illusionsmalerei weiter zu bilden.
Es hatte mich so so gepackt, dass ab da keine freie Fläche mehr sicher war vor mir, überall wollte ich meine Himmel und Meere verewigen…
Ich brachte auch meinen Kursfreunden bei, wie das geht, so zu malen, dass es wie echt aussieht.
Auch Oberflächen zu imitieren hat mich herausgefordert und mir unglaublichen Spaß gemacht…
Wenn ich nur daran denke, versetzt mich die Vorfreude auf künftige Malepochen in euphorische Freudentaumeleien!

7

Sonntagabend, ein paar Stunden noch… die Zeit vergeht so wahnsinnig schnell.
Schon Mitte Januar.
Voriges Jahr um diese Zeit steckte ich im Variationenwahn …
Ich liebe es, Bilder nochmal und nochmal zu malen – immer wieder neu den schon gemalten Formen nachgehen, sie nachziehen – Runde um Runde. Alte Themen noch einmal aufgreifen, mich fragen, würde ich es wieder genauso machen?
Da gibt es ein Bild, das nicht mehr in meinem Besitz ist, aber ich habe noch ein einziges Foto … davon gibt es jetzt Varianten und es werden neue dazu kommen, vielleicht sogar schon demnächst.
Anhand der Neuauflagen die eigene Entwicklung beobachten, Veränderungen an sich wahrnehmen, die sich durch die Arbeit offenbaren … mit Selbstzweifeln leben, aber auch erkennen, dass früher schon spannende Ideen existierten …