Tagundnachtgleiche

Gestern erinnerte uns mein Mann daran, dass gerade jetzt Tag und Nacht gleich lang sind, dass jetzt erstmal die Nächte ständig kürzer werden und die Tage länger … bis Juni.
Und heute in der Schule wurde auch freudig darüber gesprochen.
Für mich eine wunderbare Zeit!
Alles erwacht … es ist ein Vergnügen, den zarten Blättern beim Wachsen zuzusehen. Ja, man kann es wirklich sehen!
Zur Zeit regnet es sehr viel, das tut den Pflanzen gut und dankbar strecken sie sich dem Licht entgegen, jeden Tag ein Stück mehr!
Auch ich erschrecke nicht vor dem vielen Wasser, das vom Himmel fällt, sondern merke, dass meine Haare davon schön werden und scheinbar schneller wachsen.
Achtet mal auf sowas, da staunt man eher, als dass einen das Wetter aufregt … So vieles kann glücklich machen.
Ich finde es eine Kunst, sich über die täglichen Wunder zu freuen … über die vielen Erstaunlichkeiten, die für uns bereit sind.
Jeden Tag aufs Neue sich nicht der Routine zu ergeben, nicht am Alltagstrott abzustumpfen, sondern wach und aufmerksam sein!
So leicht ist es nämlich nicht, dem Leben das Schöne und Besondere zu entlocken. Als wir klein waren, war das unser Leben, wir fanden alles toll, aufregend und staunten … stets voller Fragen.
Man gewöhnt sich an Wunder und dann verpasst man sie.
Mein Bild für heute bedeutet, aus der Gleichförmigkeit der Tage heraus zu treten und wieder zu staunen … wie früher.
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Es ist … Wochenende

Gottseidank altere ich nicht so schnell wie das Betriebssystem meines Rechners.
Es ging hier seit geraumer Zeit nichts mehr ohne Stress. Entweder flackerte alles (harmlos) oder es lud nicht vollständig (hmmm…) oder der Ton fiel aus bei wichtigen Szenen … ja und am Schluss konnte ich nicht mal mehr eine Seite aufrufen, ohne daran erinnert zu werden, dass mein System alle frisch geladenen Updates/Upgrades ?…!…?  nicht mehr unterstützt. Verdammt!
Ich verstehe ja nichts davon und trotzdem sah ich ein, dass runtergeladen werden musste. Neue Versionen von Browsern als Erstes, aber die wollte mein Rechner nicht, dann hakte ich nach, weil ich den Softwareaktualisierungen nicht mehr glaubte … und war schließlich völlig irre, weil kein einziger Versuch irgendeine Verbesserung brachte. Ganz im Gegenteil: je mehr ich machte, desto mehr verschloss sich mein Mac.
Es war wie mit Kindern, denen man etwas erklären will, nur dass ich hier das Kind war.
(Der Vergleich hinkt … ich seh`s ein!)
Langer Rede kurzer Sinn, ich kann euch heute, glaube ich, nicht … in Form eines Bildes … beweisen, dass Kunst glücklich macht, ich muss es einfach bei der Theorie belassen, was mir widerstrebt, aber es geht wohl nicht anders … oder?
Eine kleine komische Skizze hat`s geschafft …IMG_20170312_193330

Wieder ein Donnerstag

Ich war gestern glücklich. Ganz doll. Hatte warme Knie von der Sonne! Und nach `ner Drehung waren auch die Waden warm …
Jedes Jahr überrascht mich wieder, wie stark die Sonne im März scheint.
Stück für Stück erwachen wir zu neuem Leben.
Dabei ist es nicht selbstverständlich, so zu empfinden.
Krankheiten, seelische Erschütterungen und Schicksalsschläge verhindern jegliche Leichtigkeit und Genuss und machen oft nahezu unmöglich, das eigene Leben in den wechselnden Jahreszeiten zu ergreifen.
Hier können manchmal die kreativen Tätigkeiten ein Ausweg aus Verdruss und Verzweiflung sein.
Vielen Menschen tut gut, vor sich hin zu kritzeln und kleine, schöne Muster zu entwerfen.
Seit zwei drei Jahren gibt es viele Bücher, die Anleitungen dafür bereit halten und für dieses Zeichnen einen neuen Namen „Zentangle“ gefunden haben.
Es gibt Hunderte Muster, die ganz einfach entwickelt sind und die Strich für Strich wirklich jeder zeichnen kann.
Dadurch, dass die Entstehung der Muster so gut nachvollziehbar ist, gelingen schöne Werke!
Probiert es nur und postet eure Bilder in den Kommentaren!

Am Dienstag

Wenn man mal abschalten möchte, zur Ruhe kommen, sich besinnen … dann braucht man eine geliebte  Tätigkeit, die das ermöglicht.
Wobei man alles um sich rum vergisst, die Welt darf sich leise abmelden …
Es geht nur um diesen Augenblick, um mich. Ich bin da.
Was ich da alles tun kann!
Die Kunst ist, genau das zu finden, was mich eben gerade im Innersten berührt, was Aufregung und gleichzeitig Frieden bringt und unbeschreibliche Freude.
Für jeden ist das was Anderes … der Garten, das Auto wienern, Fahrradteile zusammenbauen (hallo lieber Vater!) … lesen, schwitzen beim Joggen, Putzen … ja, auch das … mit dem Hund gehen, was Neues erfinden, Bücher schreiben, mit den Kindern spielen, Geschichten erzählen …
Bei mir ist es die Kunst und ich bin froh, dass mich die Neugier auf`s Ausprobieren und Lernen so weckt, dass ich vergesse, wie alt ich schon bin!
Eines Tages nahm ich Alkoholtinte und ein HighTech-Papier und brachte beides zusammen. Immer und immer wieder tropfte ich Tinte auf dieses besondere Blatt, das sich eigentlich gar nicht wie Papier anfühlte, wischte alles wieder ab, tropfte neu, ließ es fließen und staunte … Was sich da tat, war so schön! Ein lebendiges Schwimmen, Ausbreiten, sich Vereinen war da im Gange, das Papier war pures Leben!
Und ich? Ich kam zur Ruhe, entspannte mich, vergaß die Mühen eines langen Arbeitstages … und freute mich!
Ach wäre es doch überaus ansteckend und wäre es doch eine weltumfassende Epidemie das Mit-sich-selbst-im-Frieden-sein!

Heute ist morgen

Ich hatte ja versprochen, dass morgen neue Bilder kommen. Heute ist es also soweit! Doch vorher ein paar Worte dazu.
Mein Projekt an der Förderschule beschäftigte sich mit Gelatinedrucken, genauer gesagt sind das Monotypien auf selbst hergestellten Platten aus Gelatine, Isopropanolalkohol und Glyzerin.
In der richtigen Zusammensetzung gerührt und erhitzt ergibt das schöne, glatte, haltbare Druckplatten, auf denen mit Acrylfarben gedruckt werden kann.
Die feuchte Acrylfarbe, die mit einer Gummiwalze auf die Gelatineunterlage dünn aufgewalzt wird, lässt sich mit allerlei Werkzeug – auch Alltagsgegenständen und  „Abfall“Produkten wie Verpackungsmaterial, ausgediente Obstnetze, Dosendeckel usw. strukturieren.
Das heißt, es werden Muster, interessante Strukturen, Aussparungen eingearbeitet, die dann auf ein aufgelegtes Papier übertragen werden und wirklich fein und sehr überraschend sein können.
Es  kann in mehreren Schichten übereinander gedruckt werden. Durch das Aufbringen von selbst gemachten Schablonen beispielsweise wird die untere Schicht erhalten und nur teilweise durch eine neue Farbe überlagert.
Ein Arbeitsprozess, der sehr spannend und interessant ist. In relativ kurzer Zeit entstehen  viele Blätter voll der schönsten Anregungen zum Weitermachen!
Natürlich hatte ich vorher selbst ausgiebig und viele Male mit dieser Technik gearbeitet, damit ich den Jugendlichen jede auftauchende Frage beantworten konnte.
Hier habe ich mal drei Beispiele für euch ausgesucht:
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7.3.17

Das Glück und die Kunst haben Pause. Ich auch… so` n bisschen… Ich hab Sehnsucht nach Frühlingsdüften und warmen Lüften. Solange bis das eintritt, bin ich unfähig, unbeweglich, undurchdringlich, ungenau, das genaue Gegenteil von einem Künstler!
Will nicht sagen, dass ich die Kälte und Rauheit verabscheue, das wäre eine oberflächliche Haltung, … aber es macht so verdammt mürbe. Und damit ist jetzt mal Schluss!
Jetzt brauche ich Wärme, Licht und Leichtigkeit! Dann kommt das Glück zurück …
Keine Bilder heute. Aber MORGEN. Versprochen.

Dritter März

Heute war Frühling. Eine herrliche Sonne brachte alles zum Strahlen.
Mein schönes Künstler-für-Schüler-Projekt an der Pestalozzi-Schule in Gadebusch ist zu Ende …
Die Zeit ist schnell vergangen und sie war gut.
Vier Mädchen und acht Jungen der sechsten Klasse haben ihr Bestes gegeben, um für ihre Schule zum 60. Geburtstag etwas Besonderes zu erschaffen.
Wir machten erste Entwürfe, stellten Stempel und Schablonen her, sammelten auf einer Wanderung Blätter, Rinde, Lebensbaumzweige, Wurzeln und Gräser, um damit auf Gelatineplatten zu drucken.
Die Technik des Druckens hatte jeder schnell drauf, es entstanden unzählige Blätter voller Strukturen und Muster.
Die Freude und Lust am Experimentieren zu beobachten war toll!
Jeder Jugendliche hatte andere Ideen, heraus kamen sehr interessante Ergebnisse.
Einer nahm viel Wasser zur Acrylfarbe dazu und erhielt feine Aquarelle, ein Mädchen druckte Schicht über Schicht, ein anderes mochte die bunten Hände … sogar ein Fahrrad, das einem Jungen wichtig war, stand Modell.
Es machte einfach Spaß!
Dann wurden die Drucke mit Buntstiften bearbeitet, Freiheit der Phantasie!
Wunderbar, was da alles noch zum Vorschein kam!
Wir stellten eine  1,80m x 1,30m gr0ße Collage aus den schönsten Arbeiten zusammen und machten noch 70 Einladungskarten für die Festveranstaltung zum Jahrestag.
Es hat sich gelohnt … seht selbst!

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