Letzter Tag im Mai…

Schade, dieser wunderschöne Monat ist zu Ende …
Und ich kann noch lange nicht schlafen! Ach, ist das schön, wenn eine große, gute Arbeit geschafft ist!!!
Ich bin sooo froh! Mein größtes Projekt seit langem ist endlich fertig.
In Windeseile habe ich gemalt, eigentlich nur durch mein tägliches Zur-Arbeit-Gehen unterbrochen … Und die ganze Zeit war ich im Glücksrausch, na gut, einen Dämpfer gab`s zwischendrin: das waren die Flecken, die sich ins Gewebe gefressen hatten.
Ich rede vom Segel, von dem großen Stück Stoff, das einst meinen Enkel vor den glühenden Sonnenstrahlen beschützen soll in der zukünftigen Wüste Deutschlands.
Man sagt ja, dass sich das Land Brandenburg dahin entwickelt …
Ich bin so restlos ausgepowert, dass mir jetzt nur noch bleibt, die Fotos hochzuladen, mein Glück in jeder Körperzelle zu spüren und dann zu versuchen, in einen tiefen Schlaf zu fallen … Macht`s gut!davdavsdrdav

Sonntag, Ende Mai

Es ist Mai! Und wie! Ostsee geht schon … Garten wird Wohnzimmer … dreckige Füße den ganzen Tag … macht nichts!
Wir waren aktiv: das Sonnensegel mitsamt den Stockflecken hat eine kleine Metamorphose durch und es wurde auch was neu erfunden – mal schnell so zwischendurch …
Ich bin ganz verliebt in den kompakten Flieger für den Höhenflug allein. Passt nur eine Person rein, unten ist er zu sehen.
Ganz kurz nur, wir haben noch zu tun! Bis bald!
P.S. : in Zukunft will ich doch nur ohne Flecken arbeiten, zu frustrierend, wenn man so eingeschränkt wird durch die Launen der Witterung … fullsizeoutput_36c.jpegIMG_20170527_133602.jpgdavIMG_20170527_130416.jpgIMG_20170526_144517.jpg

Freitag, der Neunzehnte

Kennt ihr das auch: ihr wisst nicht, was ihr zuerst machen sollt, weil euch alles auf einmal anspringt und interessiert? Dass die Lebensfreude mit euch durchgeht, ihr euch nicht mehr einkriegt vor Lust auf`s Machen?
Da sind so viele Ideen, die in euch schlummern – Hunderte, Tausende – so viele Möglichkeiten, sie nach draußen zu bringen, so viele, viele, viele, dass es zum Ausflippen und schön ist!
Ich kenn das schon so lange und hab mir immer gewünscht, mal alle Zeit der Welt dafür zu haben, jede klitzekleine Idee zu verfolgen, zu sehen, wohin sie führt, was sie mit mir macht.
Oft war ich verzweifelt, weil ich mir dafür keinen Raum geben konnte, besonders als meine Kinder klein waren und ich keinen Winkel für mich allein hatte …
Aber seitdem ich einmal – ein einziges Mal – durch „günstige“ (ihr werdet gleich lesen, warum ich das in Anführungsstriche setze) Umstände Zeit und Raum bekam, eine Idee in allen ihren Möglichkeiten zu erforschen, das war 2003, habe ich bis heute Vertrauen, dass ich das immer wieder schaffe.
Und das ist so toll, das tut so verdammt gut, kann ich euch sagen.
2003 war ein besonders intensives Schaffensjahr für mich, nachdem ich mir das Jahr davor eine künstlerische Zwangspause verordnet hatte.
Ich wollte nämlich mal sehen, ob es wirklich mein Ding ist, der Kunst zu dienen, oder ob ich das all die Jahre nur gemacht habe, weil es nichts Besseres gab.
Zwangspause hieß, ein ganzes Jahr lang absolut keine künstlerische Tätigkeit auszuüben, also nicht mal einen Stift in die Hand zu nehmen, um zu zeichnen oder so …
Ich wollte mich zurückhalten, mich zu wirklich keinem einzigen Strich verleiten lassen, Nulldiät sozusagen …
Das ging auch 9 Monate gut.
Ich lenkte mich mich allerlei Wichtigem ab, meine Kinder waren ja auch noch klein und brauchten mich, das jüngste war gerade erst  zwei Jahre alt.
Dann fing es an, mich in den Fingern zu jucken und die Enthaltsamkeit wurde langsam zur Qual. Könnt ihr euch das ein kleines bisschen vorstellen?
Ende November 2002 habe ich mir durch Unachtsamkeit eine ziemlich üble Verletzung meiner rechten Hand zugefügt, genauer gesagt, das Gelenk des Mittelfingers in der Autotür zerkloppt – ausgerechnet den! … Der war dann lahmgelegt – in Gips … und meine linke (ich bin rechtshändig) Hand war gefordert, den gesamten Part der rechten Hand zu übernehmen.
Ich übte mich im linken Schreiben, führte Tagebuch – täglich mehrere Seiten.
Laut Gehirnforschungsergebnissen habe ich mir damit wohl selbst einen Kreativitätsschub verschafft und meine rechte Gehirnhälfte ermuntert, die für Intuition und Ideen zuständig ist.
Mitte Dezember übergab ich meine Verzichtserklärung dem Müll und produzierte von da an sechs Monate ununterbrochen künstlerische Variationen eines Themas/einer Collage … immer und immer wieder entstanden wie von allein vor meiner Nase neue Möglichkeiten, ein Thema zu variieren, ich hatte das Gefühl, dass ich lediglich Ausführende bin.
Was in meinem Kopf abging, kann ich gar nicht mehr beschreiben, es war einfach gigantisch! Irgendwann hatte ich die Vision eines sich öffnenden Vorhangs, und dahinter konnte ich für Sekunden die Geheimnisse der Welt sehen …
Weil ich so im Arbeiten war, war es auch keine Frage mehr, die Zeit erst dafür haben zu müssen, sie war da! Ich zeichnete, malte, wo ich gerade war, baute mir die Variationen mit allen Materialien, die ich hatte … einmal war es ein zerpflückter Korken, den ich arrangierte. Eine Wahnsinnszeit!
Ich war so glücklich, endlich mal alles rauszulassen, was ich fühlte und was ich sah!
Danach fuhr ich zu Saverio Barbaro, der mich wieder auf den Boden der Realität (Es lebe der Realismus!) zurückholte.
Aber diese Geschichte kennt ihr ja schon …
Ein kleines Bild aus der Zeit, mal sehen, ob ich bald noch mehr Fotos davon für euch finde …
img_20150804_114200

2. Sonntag im Mai

Muttertag…
Ich sag ja immer, solche Feiertage sind Quatsch, aber dann freue ich mich doch, wenn die Kinder anrufen, einfach dran gedacht haben und wir uns wieder mal sagen, wie lieb und wertvoll wir uns sind …
In unserer Familie wird viel miteinander gesprochen, ich bin sehr dankbar über das Vertrauen meiner Kinder.
Mit meinen Eltern rede ich auch viel, das ist immer mehr geworden mit der Zeit.
Mir ist wichtig, was sie zu sagen haben.
In ihrer Lebenserfahrung sind sie mir 20 Jahre voraus und ich bin eigentlich stets neugierig, wie sie die Welt sehen.
Mit meinem Vater hatte ich neulich so ein schönes Gespräch über das Älterwerden.
Ich wollte wissen, ob er auch so schlecht wie ich damit klarkommt.
Da hat er gesagt, dass er noch so viele „Grappen im Kopp“ hat, dass er nicht oft daran denkt, wie alt er schon ist und welche Gebrechen ihn plagen.
Er ist immer noch so unglaublich kreativ und fleißig, denkt sich ständig neue phantastische Gärten aus und gibt jetzt sein Wissen an seinen Enkel weiter.
Ist das nicht toll??? Er ist so inspirierend!
Es gibt nichts Besseres auf der Welt als die Familie!
Wenn die eigenen Kinder Partner finden, empfinde ich diese als große Bereicherung.
Es erweitert ungemein den Horizont, sich mit anderen Lebenswegen zu beschäftigen.
Das Geschenk, Toleranz und Akzeptanz für andere Menschen aufzubringen, sollte man sich unbedingt immer wieder selbst machen.
Es ist so wohltuend und absolut wichtig!
Zum Schluss ein Bild von meinem Straußenei-in-Arbeit, was zu meinem Muttertagsgeschenk farblich passt, wie ich finde …IMG_20170514_104259IMG_20170514_131755IMG_20170514_131803IMG_20170514_132332

Elfter 5.

SONNE! 15° Ich schmelze 😀 …
Eben – zwei Berge weiter hinter unserem Haus – liege ich auf einer Löwenzahnwiese und bin in einer anderen Welt!
Nur Sonne, Sonne, Sonne und gelbe puderige Blumenköpfe, Vogelgelärm aus dem nahen Knick und sonst … nichts.
Die Blüten machen mich von oben bis unten gelb, sie stauben mich total ein und das ist toll!!!
Ich bin klein auf diesem Riesenberg, sehe alles zum ersten Mal und flechte meiner Tochter eine Krone.
Fast halte ich soviel Schönheit um mich rum nicht aus, merke, wie mir die Tränen kommen … ich bin so rührselig geworden mit der Zeit …
Ach! Es ist wundervoll!
Ich lasse mein Kind auf dem Berg zurück, es will noch nicht weg da und renne den Berg runter, biege mit Karacho links in den Hohlweg ein … und … bin wieder in einer anderen Welt: So ein kühler Blättertunnel tut sich vor mir auf, der Weg ist kurvig, voller Überraschungen!
Hundertmal gegangen … mit dem Hund, mit Besuch, mit der Familie, mit mir alleine … und doch stehe ich und staune! Die Natur überwältigt mich!
Und dann kommt ein Stück Wald, ich werde heute wirklich gefordert!
Ein winziger Pfad schlängelt sich durch zauberhaftes Gestrüpp! Mensch, ich war doch grad hier, da sah alles noch ganz anders aus!!!
Wo waren die ganzen kleinen neuen Bäume noch vor drei Wochen? Ich hab die nicht gesehen! Da konnte ich durch den ganzen Wald hindurch sehen.
Jetzt sind plötzlich neue Räume entstanden, blickdichte Laubwände gaukeln Architektur vor! Ich fühle mich verzaubert.
Und um das Maß voll zu machen, komme ich an Hunderten nein Tausenden kleiner weißer Blütensterne vorbei, die ich aus der Kindheit kenne. Ich MUSS mir ein Sträußlein pflücken!
Derart beschenkt gehe ich jetzt zu meinem Kurs, um mit ganz zauberhaften Menschen gemeinsam Kunst zu machen!

Schon der Zehnte …

Schon der zehnte Mai im Jahr 2000undsiebzehn und es sind immer noch 8 Grad auf der Celsius-Skala! Brrr!!! Alles schreit nach heißen Vollbädern und Glühwein …  Aber ab morgen sollen wir es ja vorerst überstanden haben und aufatmen können … also deshalb neuer Fokus:
Mein Garten
Die Kartoffeln trauen sich nicht raus … kein einziges kleines Grün mag mein kritisches Auge erspähen.
Ich glaube, das wird nix mehr dies Jahr!
Aber solche komischen fingerblättrigen Pflanzen wachsen, die wie durch Zauberhand in unseren Garten gelangt sind und nicht aus einer Staudengärtnerei stammen … Die kriegen irgendwann so kleine gelbe Blüten – ich kenn die schon …
Aber schön sind sie nicht und sie bevölkern bald jedes Beet, wenn ich nicht durchgreife.
Ich möchte sie eigentlich nicht dabei haben und doch beeindruckt mich ihre Standhaftigkeit und ihr Durchsetzungsvermögen.
Das Tollste ist: ich kann sie ausmerzen, wie ich will, rigoros rausreißen – mit Wurzeln und allem – überall kommen kleine, neue. Auch an Stellen, wo sie vorher nicht wuchsen. Das ist doch verrückt, oder???
Nein, nein, es ist KEIN Löwenzahn oder sowas Althergebrachtes, irgendeine neue Kreation der Natur ist das!
Und flächendeckend in der Ausbreitung , wie gesagt! Was mach ich da bloß???
Wahrscheinlich wollen sie gezeichnet werden, gemalt, in Collagen verewigt, in Öl gebannt, auf Straußeneier appliziert, vervielfältigt in unendlichen Variationen und dann erfolgreich von engagierten Agenturen mit Riesenprofit vertickert.
Hah! Ich seh mich schon schwimmen und nach Luft japsen vor lauter Geld!
Also:
Stillhalten, „Chillen“, wie es heutzutage heißt, und freudig die Geschenke annehmen, die mir vor der Nase liegen! Danke.

Fünfter 5.

Beitrag über`s Schnarchen (ihrs oder seins…)

Das Schnarchen …
DIESES Geräusch in meinem Leben, in meiner Nacht, meinem Schlaf … bringt mich um … verdrängt alles Feine, Sanfte, Leise, Schöne und Lebenswerte.
Ich fühle nur schmerzhafte, müde, überreizte Nerven überall…
Ich klopfe gegen die Wand, meine Knöchel bluten.
Im Rhythmus der Sägen versuche ich einzudringen ins Gehör der/des Schnarchenden … vergeblich. 
Zweimal, dreimal, zehnmal, die Gelenke der Fingerknöchel blank geschunden – wie mein Schlaf. Er ist nackt, entblättert, frei von jeglichem Schutz. Mein  lieber, guter Schlaf.

MAN KANN NICHT SCHLAFEN BEI SOWAS !!!

Ich kämpfe mich hoch – wutentbrannt, reiße meine Zimmertür auf, stürme in den Flur, finde den Eingang zur/m Störenfried/in und  …     …   … schreie:
„HÖÖÖÖR ENDLICH AUUUUF!!!“
Ich bin so schlimm!
Ich beherrsche mich nicht!
Ich bin egoistisch!
Rücksichtslos!
Jaaa!!! Ich will! Das! Überleben!
Dann: … … … ganz lange nix … ganz kleine Stille … Mikro-Hoffnung … ich liege … hellwach … und lausche:
Alle meine Sinne in Hab-acht-stellung.

Wie schade, dass mein Hirn, jetzt, wo alles ruhig ist, aufdreht, hochfährt und nachdenkt: Oje,hab ich denen jetzt den Schlaf zerstört???