Drei Wochen war der Frosch so krank…

Jetzt malt er wieder. GOTTSEIDANK!

Wilhelm Busch wusste Bescheid!
Leute, ich kann Euch gar nicht sagen, wie gut sich die Entscheidung, nicht mehr um jeden Preis mit meiner Kunst Geld verdienen zu müssen, anfühlt!
Der Druck ist weg und das wirkt sich auf mein ganzes Leben aus!

Jetzt schält sich pures Vergnügen aus den Schichten eines jahrelang getragenen Kompressionsanzugs.
So lange Zeit hab ich mir den angezogen…
Freiwillig wohlgemerkt!

Immer war ich hoffnungsvoll und bereitwillig, den angelernten Vorstellungen von einem Künstlerdasein gerecht zu werden, mitsamt allen Botschaften… :

„Kunst ist schwer.“ …
„Man muss lebenslang üben“ …
„Kunst ist Seelennahrung“ …
„Immer das Skizzenbuch dabei haben“ …
„Zuerst die Grundlagen beherrschen, dann kannst du frei sein“ …
„Eine politisch wertvolle Botschaft transportieren“…
usw. usw. usw.

Ich war froh, dass ich Kunst studieren durfte, dass sie mich genommen haben, um aus mir „was“ zu machen!
Wie viele andere mussten wieder nach Hause gehen und ihren großen Traum, sich den Künsten zu widmen, begraben oder andere Wege suchen???
Weil sie den Anforderungen  der Ausbildenden nicht genügten…

Damals mit Anfang 20 ahnte ich, dass „Kunst-Machen“ ein lebenslanger Prozess ist, den ich selbst in Gang setzen muss und der mit dem Ende des Studiums an einer Kunsthochschule erst beginnt!
Ich glaubte in den 1980er Jahren, wenn ich diese Chance, hier zu studieren, jetzt vermassle, kann ich einpacken.
Was für ein Blödsinn! Es gibt bekanntlich viele Wege nach Rom.
Und ein Studium kann nur Impulse setzen…
Gute und schlechte Lehrer zeigen ihre Inhalte, Überzeugungen, Werte, Anregungen, Möglichkeiten.
Die Bereitschaft, sie für sich zu prüfen und zu ergreifen, muss man in sich selbst fühlen.

An der Kunsthochschule-Berlin-Weißensee hab ich mit Sicherheit eine in allen Bereichen fundamentale künstlerische Ausbildung genossen, für die ich sehr dankbar bin.
Heute bin ich auch dankbar für ehemalige Professoren, die es nicht so gut verstanden, ihr Wissen weiterzugeben. Denn an ihnen konnte ich erkennen, was ich eigentlich wollte und brauchte.

An alle Lernenden:
Habt pure Freude am Leben, seid offen und neugierig, glaubt an Euch selbst, hört auf Euer Bauchgefühl und traut Euch, zu kommunizieren und für Euch einzustehen!

Wenn ich heute male, ohne den Druck, damit Geld verdienen zu müssen, bin ich total froh, schon so viele Jahre auf der Welt und mit meiner tief empfundenen Berufung glücklich zu sein.
Ich lebe meine eigenen Vorstellungen von einem Künstler!